Der Ausbruch des Wuhan-Coronavirus COVID-19 hat weltweit die Lieferketten unterbrochen. Wir von ESO beobachten die Situation seit Januar genau und haben unseren Kunden alle Lieferverzögerungen mitgeteilt, sobald sie aufgetreten sind. Unsere Lieferkette ist jedoch stabil, seit die chinesische Regierung Mitte Februar die einwöchige Verlängerung des chinesischen Neujahrsfestes beendet hat. Seit dem vergangenen Monat erhalten wir regelmäßig Leiterplatten-Lieferungen aus China, die ohne oder mit nur minimalen Verzögerungen bei uns eingehen.

Die Situation ist jedoch nach wie vor unberechenbar und diese Ungewissheit lässt die Märkte in der ganzen Welt einbrechen. Das Coronavirus hat besonders Auswirkungen auf die Elektronikindustrie, da schätzungsweise 50% der weltweiten elektronischen Komponenten in China hergestellt werden.
Und eine weitere wirtschaftliche Folge dieser Epidemie zeichnet sich bereits ab: eine neue Periode der "Allocation" - eine weltweite Verknappung von elektronischen Komponenten.

Diese neue "Coronavirus-Allocation" betrifft in erster Linie SMT-Widerstände, aber auch MLCCs (Multilayer-Keramikkondensatoren).

Diese Allocation hat verschiedene Ursachen, die direkt mit dem Ausbruch des Coronavirus zusammenhängen:

  1. Mangel an Arbeitskräften: Viele Fabriken in China konnten die Produktion noch immer nicht mit voller Kapazität wieder aufnehmen und arbeiten mit "Notbesatzungen". Der Grund dafür ist, dass die Mitarbeiter aufgrund von Mobilitätseinschränkungen immer noch nicht reisen können oder unter Quarantäne stehen. Infolgedessen wurde die Produktion reduziert und die Maschinen stehen still. Der Arbeitskräftemangel treibt auch die Arbeitskosten in die Höhe.
  2. Niedrige Lagerbestände: Während des chinesischen Neujahrsfestes und der einwöchigen Verlängerung produzierten die chinesischen Fabriken drei volle Wochen lang nicht. Dies hat zusammen mit dem Rückgang der Produktion im Februar und März zu einem enormen Auftragsbestand geführt. Die Fabriken sind nicht in der Lage, genug zu liefern, um die aktuelle Nachfrage zu befriedigen. Das geringe Angebot treibt die Preise für die Kunden in die Höhe.
  3. Panikkäufe: Einige Unternehmen kaufen verfügbare Bestände auf, die sie eigentlich nicht brauchen, um sich gegen mögliche Verfügbarkeitsprobleme in den kommenden Monaten abzusichern. Dadurch wird das Angebot weiter reduziert, was wiederum die Preise in die Höhe treibt.
  4. Verfügbarkeit von Rohstoffen: Die Produktions- und Verarbeitungslieferketten für Kupfer, Laminat, Kunststoffe, Schwermetalle und Chemikalien sind ebenfalls von Coronavirus betroffen, die die Preise und Lieferzeiten in die Höhe treiben.
  5. Logistische Verzögerungen: In chinesischen Häfen wurden Verzögerungen von bis zu sechs Wochen bei der Verschiffung von Gütern per Seefracht gemeldet. Paketdienste wie DHL, UPS und Fedex sind jedoch mit minimalen Verzögerungen in Betrieb.

Für Standardwiderstände und -kondensatoren wurden neue Preislisten herausgegeben, bei denen wir Preiserhöhungen von 10-50% feststellen. Auch die Lieferzeiten steigen, insbesondere bei Widerständen und MLCCs, aber auch bei anderen Bauteilen.

Um mit dieser Unsicherheit umzugehen, fordern wir alle Kunden dringend auf, ihre Bestellungen für 2020 so schnell wie möglich aufzugeben. Wir erstellen Ihnen gerne ein Angebot für Ihre Projekte und arbeiten mit Ihnen zusammen, um Unterbrechungen oder Risiken für Ihre Lieferkette zu minimieren.